Temperatur beim Hund: Was ist normal und ab wann ist es Fieber?
Dein Hund liegt matt in seinem Körbchen, lässt sein Lieblingsleckerli liegen und fühlt sich irgendwie wärmer an als sonst?
Ob Dein Hund wirklich Fieber hat, lässt sich von außen kaum sicher sagen. Warme Ohren oder eine trockene Nase sind kein verlässlicher Hinweis – Gewissheit gibt Dir nur ein Blick auf das Thermometer.
In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Körpertemperatur beim Hund normal ist, wie Du sie richtig misst, ab wann man von Fieber oder Untertemperatur spricht und wann Dein Hund in die Tierarztpraxis gehört.
Wichtig: Gib Deinem Hund nie eigenständig Medikamente gegen Fieber. Und dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung.

1. Welche Körpertemperatur ist beim Hund normal?
Die normale Körpertemperatur eines erwachsenen Hundes liegt bei etwa 37,5 bis 39 °C, gemessen im After (rektal). Sie ist damit etwas höher als bei uns Menschen. Je nach Fachquelle unterscheiden sich die Grenzwerte um einige Zehntelgrad – eine feste Zahl, die für jeden Hund gilt, gibt es nicht.
Auch beim gesunden Hund schwankt die Temperatur im Laufe des Tages. Sie kann zum Beispiel beeinflusst werden durch:

2. Temperatur beim Hund: Die Werte im Überblick
Mit dieser Übersicht kannst Du einen gemessenen Wert grob einordnen. Sie gilt für erwachsene Hunde, die sich mindestens 30 Minuten ausgeruht haben:
| Temperatur (rektal) | Einordnung | Was Du tun solltest |
|---|---|---|
| unter 37 °C | deutlich zu niedrig | Hund vorsichtig warm halten und sofort die Tierarztpraxis oder den Notdienst anrufen. |
| 37 bis 37,5 °C | leicht zu niedrig | Hund warm halten und nach kurzer Zeit erneut messen. Bleibt der Wert niedrig oder wirkt Dein Hund schlapp: Tierarztpraxis anrufen. |
| 37,5 bis 39 °C | normal | Kein Grund zur Sorge, solange Dein Hund sich verhält wie immer. |
| 39 bis 39,5 °C | leicht erhöht | Nach 30 Minuten Ruhe erneut messen. Nach Bewegung oder Aufregung kann das normal sein. |
| 39,5 bis 40 °C | erhöht, möglicherweise Fieber | Tierarztpraxis anrufen und das weitere Vorgehen besprechen. |
| 40 bis 41 °C | hohes Fieber | Noch am selben Tag tierärztlich untersuchen lassen. |
| ab 41 °C | Notfall | Sofort in die Tierarztpraxis oder zum tierärztlichen Notdienst. |
Diese Übersicht dient zur groben Orientierung und ersetzt keine tierärztliche Einschätzung. Noch wichtiger als ein einzelner Wert ist, wie es Deinem Hund insgesamt geht: Ein Hund, der apathisch ist, nicht frisst oder schwer atmet, gehört auch mit „normaler“ Temperatur in tierärztliche Hände.
Miss die Temperatur Deines Hundes ein paarmal, wenn er gesund und entspannt ist, und notiere die Werte. So kennst Du seinen persönlichen Normalwert und kannst im Ernstfall viel besser einschätzen, ob etwas nicht stimmt.
3. Temperatur messen beim Hund: So geht’s richtig
Am zuverlässigsten misst Du die Körpertemperatur im After (rektal) mit einem digitalen Fieberthermometer. Mit etwas Ruhe und Übung ist das für die meisten Hunde schnell erledigt:
Wehrt sich Dein Hund stark, hat er Schmerzen oder ist er sehr angespannt? Dann brich die Messung ab und ruf lieber direkt in Deiner Tierarztpraxis an. Eine Messung sollte nie mit Gewalt erfolgen.
Ein digitales Fieberthermometer gehört übrigens in jede Hausapotheke für Hunde. Was noch hineingehört, liest Du in unserem Beitrag Erste Hilfe beim Hund.
4. Warme Ohren, trockene Nase: Was sagt das wirklich?
Viele Hundehalter/innen verlassen sich zuerst auf ihr Gefühl. Das ist verständlich, aber kein verlässlicher Weg, um Fieber festzustellen:
Dein Gefühl ist trotzdem wertvoll: Wenn Dir Dein Hund „anders“ vorkommt als sonst, ist das ein guter Anlass, die Temperatur zu messen.
5. Fieber beim Hund: Anzeichen und mögliche Ursachen
Fieber ist keine eigene Krankheit, sondern eine Reaktion des Körpers: Das Immunsystem stellt die Temperatur bewusst höher ein, um sich zum Beispiel gegen Krankheitserreger oder Entzündungen zu wehren. Typische Anzeichen, die zusammen mit erhöhter Temperatur auftreten können, sind:
Die möglichen Ursachen sind vielfältig. Welche es bei Deinem Hund ist, kann nur eine Tierärztin oder ein Tierarzt feststellen. Infrage kommen zum Beispiel:
Mehr zu Atemwegsinfekten liest Du in unserem Beitrag zum Zwingerhusten beim Hund.
6. Fieber oder Überhitzung? Ein wichtiger Unterschied

Nicht jede hohe Temperatur ist Fieber. Bei Fieber stellt der Körper seine Temperatur bewusst höher ein. Bei einer Überhitzung dagegen kommt der Körper mit dem Abkühlen nicht mehr hinterher – etwa an heißen Tagen, im Auto oder nach viel Bewegung in der Wärme. Das kann schnell lebensgefährlich werden (Hitzschlag).
Hinweise auf eine Überhitzung sind unter anderem starkes Hecheln, eine auffällig dunkle Zunge, Unruhe, Taumeln, Erbrechen oder Zusammenbrechen.
Bei Verdacht auf Überhitzung: Bring Deinen Hund sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum, biete ihm Wasser an und ruf ohne Umwege die Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Dort erfährst Du auch, wie Du Deinen Hund auf dem Weg schonend kühlen kannst. Verwende kein Eiswasser.
Wie Du Deinen Hund an heißen Tagen schützt, liest Du in unserem Beitrag Hitzestress bei Hunden.
7. Untertemperatur beim Hund: Wenn der Körper zu kalt ist
Auch eine zu niedrige Körpertemperatur kann ein Warnsignal sein. Fachleute sprechen dann von Untertemperatur (Hypothermie). Mögliche Gründe sind zum Beispiel:

Anzeichen für Untertemperatur sind zum Beispiel Zittern, kalte Ohren und Pfoten, Schläfrigkeit, langsame Bewegungen oder eine verlangsamte Atmung.
Ist Dein Hund nass und durchgefroren, trockne ihn gründlich ab und lass ihn in einem warmen Raum auf einer Decke zur Ruhe kommen. Wirkt er dabei schlapp oder teilnahmslos oder steigt die Temperatur nicht wieder an, ruf Deine Tierarztpraxis an.
8. Welpen und Senioren: Besonders genau hinschauen
Neugeborene Welpen können ihre Körpertemperatur in den ersten Lebenswochen noch nicht selbst halten. Ihre Temperatur liegt anfangs niedriger als bei erwachsenen Hunden und steigt erst nach und nach an. Sie sind deshalb auf die Wärme der Mutter und eine warme Umgebung angewiesen.
Ältere Hunde und Hunde mit Vorerkrankungen reagieren oft empfindlicher auf Temperaturveränderungen. Bei Welpen, Senioren und chronisch kranken Hunden gilt deshalb: Bei einer auffälligen Temperatur lieber früher als später tierärztlichen Rat einholen.
9. Was Du tun kannst, wenn Dein Hund Fieber hat
Gib Deinem Hund niemals Fieber- oder Schmerzmittel aus Deiner eigenen Hausapotheke. Viele Medikamente für Menschen sind für Hunde gefährlich – schon in kleinen Mengen. Auch eiskaltes Abduschen ist keine gute Idee. Ob und wie Fieber behandelt werden sollte, entscheidet Deine Tierarztpraxis.
10. Wann solltest Du mit Deinem Hund zum Tierarzt?
Beobachten und erneut messen
Die Temperatur ist nur leicht erhöht (bis etwa 39,5 °C), es gibt einen klaren Grund wie Toben oder warmes Wetter, und Dein Hund ist ansonsten munter, frisst und trinkt normal. Miss nach 30 Minuten Ruhe noch einmal.
Noch heute die Tierarztpraxis kontaktieren
Die Temperatur liegt in Ruhe über 39,5 °C oder unter 37,5 °C, Dein Hund wirkt matt, frisst schlecht oder die Werte bleiben auffällig. Bei Welpen, Senioren und vorerkrankten Hunden lieber direkt anrufen.
Sofort tierärztliche Hilfe suchen
Die Temperatur liegt bei 41 °C oder darüber oder unter 37 °C. Oder Dein Hund hat Atemnot oder Krämpfe, bricht zusammen, ist kaum ansprechbar, erbricht wiederholt – oder es besteht der Verdacht auf eine Überhitzung.
Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Wenn Du unsicher bist, ruf lieber einmal mehr in Deiner Tierarztpraxis oder beim tierärztlichen Notdienst an.
11. Diese Infos helfen beim Tierarzttermin
Mit guten Notizen kann Deine Tierarztpraxis schneller einschätzen, was los ist. Nimm am besten mit:
12. Tierarztkosten und Versicherung
Was eine Abklärung kostet, hängt davon ab, welche Untersuchungen nötig sind – etwa Labor, Ultraschall oder Kontrolltermine. Im Notdienst gelten nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) zudem höhere Gebührensätze. Ob und in welchem Umfang eine Tierkrankenversicherung Kosten übernimmt, hängt immer vom gewählten Tarif, vom Versicherungsbeginn, von Wartezeiten, von bereits bestehenden Erkrankungen und von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab. Diese allgemeinen Informationen sind keine Zusage einer Kostenübernahme im Einzelfall.
Informiere Dich frühzeitig darüber, welcher Schutz zu Dir und Deinem Hund passt, und prüfe immer die Bedingungen des gewählten Tarifs. Mehr zur Krankenversicherung für Hunde findest Du hier.
13. FAQ: Häufige Fragen
Welche Temperatur ist beim Hund normal?
Bei erwachsenen Hunden liegt die normale Körpertemperatur bei etwa 37,5 bis 39 °C, rektal gemessen. Nach Bewegung oder Aufregung kann sie kurzzeitig etwas höher sein.
Ab wann hat ein Hund Fieber?
Ab etwa 39,5 °C in Ruhe gilt die Temperatur als erhöht, ab 40 °C spricht man von hohem Fieber. Fachquellen ziehen die Grenze leicht unterschiedlich. Ruf bei erhöhter Temperatur Deine Tierarztpraxis an.
Kann ich Fieber beim Hund ohne Thermometer erkennen?
Nicht zuverlässig. Mattigkeit oder Appetitlosigkeit können Hinweise sein, warme Ohren oder eine trockene Nase dagegen nicht. Sicherheit gibt nur die Messung mit dem Thermometer.
Welches Thermometer eignet sich für Hunde?
Ein digitales Fieberthermometer, am besten mit flexibler Spitze, das Du nur für Deinen Hund verwendest. Ohr- und Stirnthermometer für Menschen messen beim Hund häufig ungenau.
Darf ich meinem Hund ein Fiebermittel geben?
Nein, nicht eigenständig. Viele Medikamente für Menschen sind für Hunde gefährlich. Ob eine Behandlung nötig ist, entscheidet Deine Tierarztpraxis.
Welche Temperatur ist beim Hund zu niedrig?
Liegt die Temperatur in Ruhe unter etwa 37,5 °C, ist sie zu niedrig. Halte Deinen Hund warm und ruf Deine Tierarztpraxis an, wenn der Wert niedrig bleibt oder er schlapp wirkt. Unter 37 °C solltest Du sofort anrufen.
Haben Welpen eine andere Körpertemperatur?
Ja. Neugeborene Welpen haben anfangs eine niedrigere Temperatur und können Wärme noch nicht selbst halten. Bei Welpen solltest Du bei Auffälligkeiten besonders früh tierärztlichen Rat einholen.
Die Temperatur ist einer der einfachsten Gesundheitschecks, die Du zu Hause machen kannst. Kenne den Normalwert Deines Hundes, miss richtig und achte immer auch auf sein Allgemeinbefinden. Ist die Temperatur auffällig oder geht es Deinem Hund nicht gut, lass ihn tierärztlich untersuchen – so findet Ihr gemeinsam heraus, was dahintersteckt.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel enthält ausschließlich allgemeine Informationen und ist nicht für die Diagnose oder Behandlung eines einzelnen Tieres bestimmt. Er ersetzt weder eine tierärztliche Untersuchung noch eine individuelle Beratung. Gib Deinem Hund keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung. Wende Dich bei gesundheitlichen Veränderungen, Unsicherheit oder einer möglichen Notfallsituation direkt an eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst.
Von der Not-OP bis zur Vorsorge – finde den Tarif, der zu Euch passt.
