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28.05.2026

Was gilt als Vorerkrankung bei der Tierversicherung?

Du hast eine Tierkrankenversicherung für Deinen Hund oder Deine Katze abgeschlossen oder bist gerade auf der Suche nach dem passenden Tarif.

Dabei stößt Du früher oder später auf einen Begriff, der viele Tierhalter verunsichert: Vorerkrankung. Was genau ist damit gemeint? Welche Erkrankungen zählen dazu? Und welche Auswirkungen hat das auf Deinen Versicherungsschutz? Diese Fragen sind absolut verständlich und wichtiger, als viele zunächst denken. Denn wer nicht versteht, was als Vorerkrankung gilt, erlebt im Ernstfall manchmal eine unangenehme Überraschung. Die Tierarztrechnung ist hoch, aber die Tierversicherung übernimmt die Kosten nicht.

In diesem Beitrag erklären wir Dir klar und verständlich, was eine Vorerkrankung bei der Tierversicherung bedeutet, welche Erkrankungen darunterfallen, wie Versicherungen damit umgehen und worauf Du achten solltest, um Deinen Vierbeiner optimal abzusichern.

Hund und Katze stehen gemeinsam im grünen Gras vor Bäumen.

1. Was ist eine Vorerkrankung bei der Tierversicherung?

Als Vorerkrankung gilt grundsätzlich jede Erkrankung, Verletzung oder gesundheitliche Auffälligkeit, die bereits vor dem Abschluss der Tierversicherung bestanden hat, diagnostiziert wurde oder durch erkennbare Symptome aufgefallen ist. Das klingt zunächst eindeutig. In der Praxis ist die Abgrenzung aber oft komplizierter. Denn nicht nur eine offizielle Diagnose vom Tierarzt zählt als Vorerkrankung. Auch Symptome, die vor Vertragsabschluss sichtbar waren, selbst wenn noch keine Diagnose gestellt wurde, können von der Versicherung als Vorerkrankung gewertet werden.

Ein Beispiel:
Dein Hund hat seit einigen Wochen Probleme beim Laufen. Du hast noch keinen Tierarzt aufgesucht. Dann schließt Du eine Tierversicherung ab und kurz darauf stellt der Tierarzt eine Hüftdysplasie fest. In diesem Fall kann die Versicherung argumentieren, dass die Symptome bereits vor Vertragsabschluss erkennbar waren und die Behandlungskosten ablehnen.

Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass nicht nur bereits diagnostizierte Krankheiten als Vorerkrankung gelten, sondern auch gesundheitliche Auffälligkeiten oder Symptome, die schon vor Beginn des Versicherungsschutzes vorhanden waren.

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2. Welche Erkrankungen gelten als Vorerkrankung?

Welche Erkrankungen genau als Vorerkrankung gelten, lässt sich nicht einheitlich beantworten. Jede Versicherung arbeitet mit eigenen Bedingungen und Ausschlusskriterien. Dennoch gibt es typische Kategorien, die in der Regel als Vorerkrankung eingestuft werden:

Chronische Erkrankungen
Erkrankungen, die dauerhaft bestehen und regelmäßige Behandlung erfordern, gelten fast immer als Vorerkrankung. Dazu gehören zum Beispiel:

Orthopädische Erkrankungen und Fehlstellungen
Gelenkprobleme, Fehlbildungen und rassespezifische Erkrankungen des Bewegungsapparats sind ein häufiger Ausschlussgrund:

  • Hüftdysplasie (HD)

  • Ellbogendysplasie (ED)

  • Patellaluxation

  • Osteochondrose

Rassespezifische Erkrankungen
Bestimmte Hunderassen sind genetisch anfälliger für spezifische Erkrankungen. Wenn bei einem Tier bereits Anzeichen oder Symptome einer solchen rassespezifischen Erkrankung erkennbar sind, kann dies als Vorerkrankung gewertet werden, selbst wenn noch keine eindeutige Diagnose gestellt wurde.

Erkrankungen oder Operationen in den letzten Monaten vor Vertragsabschluss
Viele Versicherungen schließen Tiere vom Versicherungsschutz aus, wenn in den Monaten vor Vertragsbeginn bereits eine Erkrankung behandelt oder eine Operation durchgeführt wurde. Bei PANDA gilt beispielsweise: Tiere, die innerhalb der letzten 6 Monate vor Versicherungsbeginn eine Erkrankung oder Operation hatten (ausgenommen reine Präventionsmaßnahmen), können nicht aufgenommen werden.

Fehlbildungen und Invalidität
Angeborene Fehlbildungen oder bereits bestehende körperliche Einschränkungen gelten ebenfalls als Vorerkrankung und führen in der Regel zum Ausschluss des betroffenen Bereichs oder zur Ablehnung des Versicherungsantrags.

Hund liegt zugedeckt im Bett und schläft mit einem Kühlkissen auf dem Kopf.

3. Wie gehen Tierversicherungen mit Vorerkrankungen um?

Hier gibt es grundsätzlich zwei Ansätze, die Versicherungen verfolgen:

Ansatz 1: Gesundheitsfragen beim Abschluss

Viele Versicherungen stellen bereits beim Abschluss der Tierkrankenversicherung konkrete Gesundheitsfragen. Du gibst an, ob Dein Tier bestimmte Erkrankungen hatte oder hat. Auf Basis dieser Angaben entscheidet die Versicherung, ob sie das Tier aufnimmt, bestimmte Erkrankungen ausschließt oder einen Risikozuschlag erhebt.

Diese Angaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß sein. Wer Vorerkrankungen verschweigt, riskiert im Leistungsfall, dass die Versicherung die Zahlung verweigert, oder sogar den Vertrag anficht.

Ansatz 2: Prüfung im Leistungsfall

Manche Versicherungen stellen beim Abschluss keine oder nur wenige Gesundheitsfragen. Die Prüfung, ob eine Erkrankung als Vorerkrankung gilt, findet dann erst statt, wenn Du einen Leistungsfall einreichst. In diesem Fall kann die Versicherung Tierarztunterlagen anfordern und prüfen, ob die Erkrankung bereits vor Vertragsabschluss bekannt war.

Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. Deshalb ist es wichtig, die Versicherungsbedingungen genau zu lesen und bei Unklarheiten gezielt nachzufragen. Nur so weißt Du, welche Leistungen tatsächlich abgesichert sind und wie Deine Versicherung mit möglichen Vorerkrankungen umgeht.

Tierärzt:innen bereiten einer liegenden Katze eine Injektion vor.

4. Vorerkrankung und Wartezeit: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Wartezeit und Vorerkrankung werden oft miteinander verwechselt, bedeuten jedoch etwas völlig Unterschiedliches.

Die Wartezeit ist ein zeitlich begrenzter Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem noch keine Leistungen für Krankheiten erstattet werden. Erst nach Ablauf dieser Frist greift der volle Versicherungsschutz für neu auftretende Erkrankungen oder Behandlungen.

Eine Vorerkrankung hingegen ist dauerhaft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Auch wenn die Wartezeit längst abgelaufen ist, werden Behandlungskosten für eine Vorerkrankung nicht übernommen. Der Ausschluss gilt für die gesamte Vertragslaufzeit.

Kurz gesagt:

  • Wartezeit = zeitlich begrenzte Einschränkung

  • Vorerkrankung = dauerhafter Ausschluss

Dieser Unterschied ist besonders wichtig und wird von vielen Tierhaltern erst im Leistungsfall richtig verstanden. Genau deshalb kann es sinnvoll sein, eine Tierkrankenversicherung möglichst früh abzuschließen, am besten solange Dein Tier noch jung und gesund ist.

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5. Welche Erkrankungen gelten NICHT als Vorerkrankung?

Nicht alles, was Dein Tier jemals hatte, ist automatisch eine Vorerkrankung. Es gibt wichtige Ausnahmen, die Tierhalter kennen sollten:

Vollständig ausgeheilte Erkrankungen
Wenn Dein Tier eine Erkrankung hatte, die vollständig ausgeheilt ist und keine Folgeschäden hinterlassen hat, wird diese von vielen Versicherungen nicht als Vorerkrankung gewertet. Entscheidend ist, ob die Erkrankung zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch aktiv war oder Auswirkungen hatte.

Impfungen und Präventionsmaßnahmen
Routineimpfungen, Entwurmungen und andere Präventionsmaßnahmen gelten nicht als Erkrankung und haben keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz.

Unfälle
Unfälle, die nach Vertragsabschluss passieren, sind keine Vorerkrankungen. Sie gelten als neue und unvorhersehbare Ereignisse. Bei den meisten Tarifen gilt für Unfälle außerdem keine Wartezeit, sodass der Schutz sofort ab dem ersten Tag greift.

Unser PANDA Tipp

Schließe die Tierkrankenversicherung möglichst früh ab, am besten solange Dein Hund oder Deine Katze noch jung und gesund ist. So vermeidest Du, dass bestehende Erkrankungen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden. Wichtig ist außerdem, Gesundheitsfragen immer vollständig und ehrlich zu beantworten, damit Du Dich im Ernstfall auf Deine Versicherung verlassen kannst.

6. Was passiert, wenn eine Vorerkrankung Deines Tieres bei der Versicherung nicht angegeben wird?

Viele Tierhalter unterschätzen dieses Thema. Werden Vorerkrankungen beim Abschluss der Tierversicherung verschwiegen, kann das im Leistungsfall ernste Folgen haben.

Stellt die Versicherung im Leistungsfall fest, dass eine Erkrankung bereits vor Vertragsabschluss bekannt war und nicht angegeben wurde, kann sie:

  • Die Leistung verweigern: Die Behandlungskosten werden nicht erstattet.

  • Den Vertrag anfechten: In schwerwiegenden Fällen kann die Versicherung den gesamten Vertrag rückwirkend anfechten. Das bedeutet, dass auch andere Leistungen zurückgefordert werden können.

  • Den Vertrag kündigen: Die Versicherung kann das Vertragsverhältnis beenden.

Deshalb ist Ehrlichkeit bei den Gesundheitsangaben besonders wichtig. Im Zweifel solltest Du lieber mehr Informationen angeben oder direkt beim Versicherer nachfragen, ob eine bestimmte Erkrankung als Vorerkrankung gilt.

Tierärztin verbindet die Vorderpfote eines stehenden Hundes auf dem Untersuchungstisch.

7. Rassespezifische Erkrankungen: Ein besonderes Thema

Bestimmte Hunderassen sind genetisch anfälliger für spezifische Erkrankungen. Das ist ein Thema, das bei der Tierversicherung eine besondere Rolle spielt.

Typische Beispiele sind:

  • Französische Bulldogge, Mops, Englische Bulldogge: Atemwegserkrankungen durch brachyzephales Syndrom

  • Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever, Golden Retriever: Hüftdysplasie (HD)

  • Dackel: Bandscheibenerkrankungen (IVDD)

  • Große Rassen (z. B. Deutsche Dogge, Irischer Wolfshund): Magendrehung (GDV)

Wenn bei einem Tier bereits Anzeichen oder Symptome einer solchen rassespezifischen Erkrankung erkennbar sind, kann die Versicherung dies als Vorerkrankung werten, auch ohne offizielle Diagnose. Manche Versicherungen schließen bestimmte rassespezifische Erkrankungen grundsätzlich aus oder nehmen Tiere mit entsprechenden Symptomen gar nicht erst auf.

Gerade bei Rassen mit bekannten Gesundheitsrisiken lohnt es sich deshalb, die Versicherung möglichst früh abzuschließen, idealerweise bevor erste Symptome auftreten.

8. Häufige Fragen zu Vorerkrankungen bei der Tierversicherung

Mein Hund hatte als Welpe eine Erkrankung, die vollständig ausgeheilt ist. Gilt das als Vorerkrankung?
Das hängt von der jeweiligen Versicherung und der Art der Erkrankung ab. Vollständig ausgeheilte Erkrankungen ohne Folgeschäden werden von vielen Versicherungen nicht als Vorerkrankung eingestuft. Trotzdem solltest Du die Erkrankung beim Abschluss immer angeben. So kann die Versicherung den Fall korrekt bewerten.

Meine Katze wurde geimpft und entwurmt. Zählt das als Vorerkrankung?
Nein. Routineimpfungen, Entwurmungen und andere Präventionsmaßnahmen gelten nicht als Erkrankung und haben keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz.

Was passiert, wenn mein Tier kurz nach Vertragsabschluss krank wird?
Tritt eine Erkrankung während der Wartezeit auf, werden die Kosten in der Regel nicht übernommen. Zusätzlich kann die Erkrankung später als Vorerkrankung gelten und dauerhaft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden. Deshalb lohnt sich ein möglichst früher Abschluss.

Kann ich eine Tierversicherung abschließen, wenn mein Tier bereits eine chronische Erkrankung hat?
Das ist grundsätzlich möglich, allerdings oft mit Einschränkungen. Viele Versicherungen nehmen Tiere mit bestehenden chronischen Erkrankungen nicht auf oder schließen die betroffene Erkrankung dauerhaft aus. Bei PANDA können Tiere mit chronischen oder akuten Erkrankungen sowie mit Anzeichen rassespezifischer Erkrankungen leider nicht aufgenommen werden. Das dient der Fairness gegenüber allen Versicherten.

Mein Tier hatte vor 6 Monaten eine Operation. Kann ich es jetzt versichern?
Bei PANDA gilt: Tiere, die innerhalb der letzten sechs Monate vor Versicherungsbeginn eine Erkrankung hatten oder operiert wurden, können leider nicht aufgenommen werden. Ausgenommen sind reine Vorsorgemaßnahmen. Nach Ablauf der Frist und bei vollständiger Genesung kann ein Abschluss wieder möglich sein.

Wie erfahre ich, ob mein Tier Vorerkrankungen hat?
Der beste Ansprechpartner ist Dein Tierarzt. Die Krankenakte Deines Tieres enthält alle bisherigen Diagnosen, Behandlungen und gesundheitlichen Auffälligkeiten. Es lohnt sich, diese Informationen vor dem Abschluss einer Tierversicherung genau zu kennen.

9. Das Wichtigste zu Vorerkrankungen auf einen Blick

Thema Was Du wissen solltest
Was ist eine Vorerkrankung? Jede Erkrankung oder erkennbare Symptomatik, die vor Vertragsabschluss bestand
Gilt sie auch ohne Diagnose? Ja, erkennbare Symptome reichen aus
Dauerhafter Ausschluss? Ja, Vorerkrankungen sind dauerhaft ausgeschlossen, nicht nur während der Wartezeit
Unterschied zur Wartezeit Wartezeit = zeitlich begrenzt
Vorerkrankung = dauerhafter Ausschluss
Chronische Erkrankungen Gelten fast immer als Vorerkrankung
Ausgeheilte Erkrankungen Oft kein Ausschluss, je nach Anbieter und Erkrankung
Rassespezifische Erkrankungen Symptome reichen als Ausschlussgrund aus
Nicht angeben = Risiko Leistungsverweigerung oder Vertragsanfechtung möglich
Bester Tipp Versicherung so früh wie möglich abschließen
Bei PANDA Keine Aufnahme bei bestehenden chronischen/akuten Erkrankungen oder OP in den letzten 6 Monaten

Vorerkrankungen gehören zu den wichtigsten Themen bei der Tierversicherung und werden dennoch häufig unterschätzt. Wer früh versteht, was als Vorerkrankung gilt, kann seinen Hund oder seine Katze besser absichern und unangenehme Überraschungen vermeiden.

Eine Vorerkrankung ist jede Erkrankung oder erkennbare Symptomatik, die vor dem Vertragsabschluss bestand. Sie ist dauerhaft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wer Vorerkrankungen beim Abschluss nicht angibt, riskiert im Leistungsfall die Verweigerung der Erstattung oder sogar die Anfechtung des Vertrags.

Deshalb lohnt sich ein möglichst früher Abschluss der Tierversicherung. Je jünger und gesünder ein Tier beim Vertragsbeginn ist, desto umfassender fällt der Versicherungsschutz in der Regel aus.

Bei PANDA ist die Abwicklung einfach und digital. Du reichst Deine Rechnung bequem über das Kundenportal ein und die Erstattung erfolgt im Rahmen Deines gewählten Tarifs. Auf Wunsch ist auch eine direkte Abrechnung mit Deiner Tierarztpraxis möglich.

Überzeug Dich selbst und finde jetzt den Tarif, der wirklich zu Dir und Deinem Tier passt.
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© Fotocredits

Bilder in Reihenfolge von oben nach unten:
© JAROMIR CHALABALA von chalabalaphotos, Canva (canva.com)
© Damedeeso, Canva (canva.com)
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© PonyWang von Getty Images Signature, Canva (canva.com)

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