Gesundheit

Schwimmersyndrom: Wenn Welpen nicht laufen können

4 Min. Lesezeit

Das Schwimmersyndrom bei Hunde- und Katzenwelpen ist eine seltene, aber ernstzunehmende Entwicklungsstörung, die vor allem in den ersten Lebenswochen auftritt.

Betroffene Welpen liegen flach auf dem Bauch und bewegen sich paddelnd mit den Gliedmaßen, ähnlich wie beim Schwimmen. Die Erkrankung wirkt zunächst dramatisch, ist aber nicht zwangsläufig ein Todesurteil. Mit früher Diagnose, gezielter Therapie und konsequenter Pflege haben viele Welpen gute Chancen auf vollständige Erholung.

In diesem Beitrag erfährst Du mehr über die Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention des Schwimmersyndroms bei Hund und Katze.

Ein Kätzchen und ein Welpe kuscheln eng aneinander auf einem weißen Bett.

1. Warum entsteht das Schwimmersyndrom?

Die genauen Ursachen des Schwimmersyndroms sind nicht immer eindeutig. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:

Genetische Veranlagung: Das Schwimmersyndrom tritt häufiger bei bestimmten Hunderassen wie Bulldoggen, Mops und Dackel auf.
Entwicklungsstörungen: Eine verzögerte oder gestörte Entwicklung von Muskulatur und Knochen kann dazu führen, dass sich die Welpen nicht ausreichend aufrichten können.
Ungeeignete Unterlage: Eine zu glatte oder harte Unterlage im Wurfbereich erschwert den Welpen das Abstützen und kann die Fehlstellung begünstigen.
Übergewicht oder zu schnelles Wachstum: Ein hohes Körpergewicht belastet die noch schwache Muskulatur zusätzlich. Lies dazu auch unseren Beitrag „Übergewicht beim Hund“.

2. Woran erkennst Du das Schwimmersyndrom?

Das Schwimmersyndrom tritt meist zwischen der 2. und 4. Lebenswoche auf. Typische Anzeichen sind:

Der Welpe liegt flach auf dem Bauch, wobei der Brustkorb stark aufgedrückt wird.
Vorder- und Hinterbeine spreizen sich seitlich ab. Diese Haltung wird auch als „Froschhaltung“ bezeichnet.
Statt normal zu krabbeln oder zu laufen, macht der Welpe paddelnde Bewegungen.
Der Welpe hat Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Sitzen.
In schweren Fällen können durch den Druck auf die Lunge Atemprobleme auftreten.

Unbehandelt können dauerhafte Fehlstellungen der Gliedmaßen, Brustkorbdeformationen oder lebensbedrohliche Komplikationen entstehen.

Eine weiße Katze und ein Welpe kuscheln miteinander im Gras.

3. Wie stellt der Tierarzt das Schwimmersyndrom fest?

Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch eine klinische Untersuchung. Der Tierarzt beurteilt die Bewegungsmuster, die Körperhaltung und die Muskelentwicklung des Welpen.

Zusätzlich kann eine Röntgenuntersuchung eingesetzt werden, um Knochen- und Gelenkfehlstellungen abzuklären. Eine frühe Diagnose ist besonders wichtig, weil der Therapieerfolg in den ersten Lebenswochen am größten ist.

4. Welche Therapien helfen betroffenen Welpen?

Viele Welpen können sich mit der richtigen Behandlung vollständig erholen. Entscheidend sind eine konsequente Betreuung und die enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt.

Physiotherapie und Bewegungstraining

Mehrfach täglich werden die Gliedmaßen vorsichtig bewegt.
Unterstützte Steh- und Laufübungen helfen dem Welpen, seine Muskulatur aufzubauen und die richtige Körperhaltung zu lernen.
Schwimmen im warmen Wasser beziehungsweise Hydrotherapie kann ebenfalls zum Muskelaufbau beitragen.

Bandagen und Hilfsmittel

Durch Taping oder Bandagieren können die Beine in eine bessere Position gebracht werden.
Rutschfeste Unterlagen im Wurfbereich geben dem Welpen mehr Halt.

Ernährungsmanagement

Die Futtermenge sollte kontrolliert werden, damit der Welpe nicht übergewichtig wird.
Eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen unterstützt die Entwicklung.

Tierärztliche Unterstützung

Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, die Entwicklung und den Therapieerfolg zu überwachen.
In schweren Fällen können orthopädische Schienen oder operative Korrekturen erforderlich sein.
Ein Katzenwelpe und ein schwarzer Hundewelpe sitzen nebeneinander im Gras.

5. Wie sind die Heilungschancen beim Schwimmersyndrom?

Die Prognose hängt stark davon ab, wann die Behandlung beginnt. Früh erkannte Fälle haben sehr gute Heilungsaussichten. Viele betroffene Tiere entwickeln sich später völlig normal.

Unbehandelte Fälle können dagegen zu dauerhaften Behinderungen führen oder sogar eine Euthanasie erforderlich machen. Die wichtigste Aussage lautet daher: Je früher das Schwimmersyndrom erkannt wird, desto besser ist die Prognose.

Unser PANDA Tipp

Wenn Du Welpen betreust, ist die Unterlage im Wurfbereich entscheidend. Lege rutschfeste, weiche Materialien wie Yoga-Matten oder Teppiche aus. Sie fördern die gesunde Bewegungsentwicklung und können das Risiko für das Schwimmersyndrom deutlich senken.

6. Kann man das Schwimmersyndrom vermeiden?

Das Schwimmersyndrom lässt sich nicht vollständig verhindern. Das Risiko kann jedoch durch einige Maßnahmen reduziert werden:

Sorge für eine griffige, nicht zu harte Unterlage, zum Beispiel Handtücher oder Teppiche.
Achte auf ein gesundes Wachstum und überfüttere den Welpen nicht.
Beobachte die Bewegungsentwicklung ab der 2. Lebenswoche genau.
Beziehe bei Risikorassen besonders früh den Tierarzt ein.
Infobox

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Ein weißes Kätzchen und ein weißer Welpe sitzen nebeneinander auf einem blauen Sofa.

Das Schwimmersyndrom bei Hunde- und Katzenwelpen ist selten, kann unbehandelt aber gravierende Folgen haben. Mit konsequenter Therapie, Geduld und tierärztlicher Begleitung können betroffene Welpen ein normales Leben führen.

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Bilder in Reihenfolge von oben nach unten:
© Oksana Latysheva von oksanavectorart, Canva (canva.com)
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