Reisekrankheiten beim Hund – kurz erklärt
Viele Hunde begleiten ihre Menschen heute ganz selbstverständlich in den Urlaub: an die Nordsee, in die Berge oder mit dem Camper bis ans Mittelmeer.
Für unsere Vierbeiner ist das oft ein großes Abenteuer – aber in manchen Ländern lauern gefährliche Reisekrankheiten beim Hund. Doch nicht nur die Hunde, die uns auf Reisen begleiten, können betroffen sein – auch viele adoptierte Hunde aus Ländern wie Rumänien, Spanien, Griechenland, Italien oder Portugal können bereits von sogenannten Mittelmeerkrankheiten betroffen sein, häufig, ohne dass es direkt auffällt.
In diesem Beitrag erfährst Du, welche Reisekrankheiten es gibt, wie sie übertragen werden, welche Symptome Dich hellhörig machen sollten und wie Du Deinen Hund vor, während und nach der Reise bestmöglich schützt. Außerdem erfährst Du, was bei der Adoption eines Tierschutzhundes aus dem Ausland relevant ist.

1. Was sind Reisekrankheiten beim Hund?
Unter Reisekrankheiten (auch Mittelmeerkrankheiten genannt) beim Hund versteht man Infektionskrankheiten, die vor allem in bestimmten Regionen – häufig im Mittelmeerraum und in Teilen Osteuropas – vorkommen und typischerweise durch Vektoren wie Zecken, Stechmücken oder Sandmücken übertragen werden.
Zu den wichtigsten Mittelmeerkrankheiten beim Hund gehören:
Diese Erkrankungen können den Organismus des Hundes langfristig belasten, teilweise Organschäden verursachen und bei ausbleibender Behandlung sogar lebensverkürzend sein. Frühzeitige Erkennung und konsequente Therapie sind daher entscheidend – insbesondere bei reisenden Hunden genauso wie bei adoptierten Hunden aus dem Auslandstierschutz.
Wichtig: Für die hier beschriebenen Mittelmeerkrankheiten gilt: Sie werden in der Regel über Vektoren wie Zecken, Stech- oder Sandmücken übertragen. Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund oder von Hund zu Mensch ist daher sehr unwahrscheinlich. Bei der Leishmaniose sind in Einzelfällen andere Übertragungswege (z. B. über Blut oder offene Wunden) beschrieben, sie bleiben aber die Ausnahme.
2. Wichtigste Reisekrankheiten beim Hund und wo sie vorkommen
In diesem Abschnitt erhältst Du einen kompakten Überblick über die wichtigsten Reisekrankheiten beim Hund und ihre typischen Verbreitungsgebiete. Die Aufzählung ist vereinfacht; je nach Region können sich Schwerpunkte verschieben.
1. Leishmaniose beim Hund
2. Babesiose beim Hund
3. Ehrlichiose und Anaplasmose beim Hund
4. Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) beim Hund

3. Auslandstierschutzhunde und Mittelmeerkrankheiten beim Hund
Viele Halter kommen mit Reisekrankheiten beim Hund erstmals in Berührung, wenn ein Hund aus dem Auslandstierschutz einzieht.
Typische Herkunftsländer sind zum Beispiel Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Spanien, Portugal, Griechenland, Italien und weitere Länder im Balkan und Mittelmeerraum.
In diesen Regionen sind bestimmte Krankheitserreger (wie Babesien oder Leishmanien) endemisch. Hinzu kommt, dass Zecken, Stechmücken und Sandmücken deutlich aktiver sind und Straßenhunde den Überträgern schutzlos ausgesetzt sind.
Seriöse Tierschutzorganisationen lassen ihre Hunde vor der Ausreise per SNAP-Test auf wichtige Mittelmeerkrankheiten beim Hund testen (z. B. Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose, Herzwurm). Trotzdem können sehr frische Infektionen oder Erkrankungen im frühen Stadium durch einen einzigen Test kurz vor der Ausreise übersehen werden. Deshalb sind Nachtests in Deutschland, meist sechs Monate nach Ankunft, ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge für Auslandstierschutzhunde.
Gleichzeitig ist wichtig zu wissen: Auch bei Hunden aus dem Auslandstierschutz ist eine Ansteckungsgefahr für andere Tiere oder Menschen sehr unwahrscheinlich. Die Übertragung erfolgt fast immer über Zecken oder Mücken – nicht durch normales Zusammenleben, gemeinsames Schlafen im Körbchen oder Kuscheln auf dem Sofa.
4. Symptome von Reisekrankheiten beim Hund: Woran Du denken solltest
Die Symptome von Reisekrankheiten beim Hund sind oft unspezifisch – und genau das macht sie tückisch.
Typische Warnzeichen (je nach Erkrankung unterschiedlich stark ausgeprägt):
Charakteristisch ist auch: Die Beschwerden treten oft nicht unmittelbar nach der Reise oder direkt nach Einreise auf. Es können Wochen bis Monate vergehen, bis die ersten Symptome sichtbar werden.
Deshalb gilt: Erwähne bei jedem Tierarztbesuch frühere Auslandreisen Deines Hundes. Sage deutlich dazu, wenn Dein Hund aus einem Tierschutzprojekt stammt und aus welchem Land er kommt.

5. Diagnose von Reisekrankheiten beim Hund: Blutuntersuchungen und SNAP-Tests
Allgemein gilt: Jeder Hund, der in Risikoregionen war (sei es im Urlaub oder aber weil er aus dem Auslandstierschutz kommt) sollte 6 Monate später auf Mittelmeerkrankheiten getestet werden, auch wenn er keine Symptome zeigt. Beim Tierarzt erfolgt nach einer Allgemeinuntersuchung in der Regel eine gezielte Labordiagnostik.
Dazu gehören häufig:
Gerade bei Hunden aus dem Auslandstierschutz oder nach Reisen in Risikogebiete wird oft ein umfassendes Reise- oder Importscreening durchgeführt, das mehrere Erreger gleichzeitig abdeckt.
Was sind SNAP-Tests beim Hund?
In vielen Tierarztpraxen und bei seriösen Tierschutzvereinen kommen sogenannte SNAP-Tests zum Einsatz. Das sind Schnelltests, die direkt in der Praxis mit einem kleinen Tropfen Blut durchgeführt werden können.
Typisch ist zum Beispiel der SNAP 4Dx Plus Test. Er kann gleichzeitig screenen auf:
Für Dich bedeutet das:
SNAP-Tests sind ein schnelles und hilfreiches Screening-Werkzeug für die Erstdiagnostik.
Sie decken aber nicht alle Reisekrankheiten ab – z. B. müssen Leishmaniose, Babesiose oder Hepatozoonose oft mit eigenen Tests untersucht werden.
Je nach Zeitpunkt der Infektion kann es sinnvoll sein, Tests nach einigen Monaten zu wiederholen, weil nicht alle Erreger zu jedem Zeitpunkt sicher nachweisbar sind.
Gerade bei Auslandstierschutzhunden ist es daher wichtig, gemeinsam mit der Tierarztpraxis einen sinnvollen Zeitplan für Erst- und Nachtests zu erstellen.
Neben der gesundheitlichen Belastung für Deinen Hund solltest Du auch die finanzielle und psychische Seite nicht unterschätzen: Blutuntersuchungen, wiederholte Screenings, Bildgebung und im Ernstfall eine längerfristige Behandlung können sich schnell zu einem deutlichen Kostenfaktor summieren – und die ständige Sorge um den Gesundheitszustand des geliebten Tieres ist für viele Halter zusätzlich eine große emotionale Belastung, vor allem, wenn mehrere Erreger beteiligt sind oder eine Erkrankung chronisch verläuft.
Egal ob Hund aus dem Auslandstierschutz oder langjähriger Reisebegleiter – bei Reisekrankheiten beim Hund hilft Dir ein klarer Fahrplan:
Mit einer Hunde-Krankenversicherung von PANDA im Hintergrund kannst Du notwendige Untersuchungen und Bluttests deutlich entspannter angehen. So kannst Du Dich voll auf die Gesundheit Deines Hundes konzentrieren, statt in erster Linie an die nächste Tierarztrechnung zu denken.
6. Vorbeugung: So schützt Du Deinen Hund vor Reisekrankheiten
Viele Reisekrankheiten beim Hund lassen sich durch kluge Planung und konsequente Maßnahmen zwar nicht zu 100 % verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich reduzieren.
1. Beratung vor der Reise oder vor der Adoption
Sprich bereits einige Wochen vor Abreise mit Deiner Tierarztpraxis, wenn Du mit Deinem Hund in ein Risikogebiet reisen möchtest.
Bei Hunden aus dem Auslandstierschutz: Frage gezielt nach Herkunftsland, Region und vorhandenen Testergebnissen und plane mit der Praxis, welche Nachtests in Deutschland sinnvoll sind.
2. Konsequenter Schutz vor Zecken, Mücken und Sandmücken
Setze geeignete Zecken- und Mückenschutzpräparate (Spot-on, Halsband, Tablette) nach tierärztlicher Empfehlung ein.
Kontrolliere Deinen Hund trotz Präparaten täglich auf Zecken. Mögliche Zecken umgehend entfernen.
In Gebieten mit vielen Mücken oder Sandmücken: Hund in der Dämmerung und nachts möglichst im Haus/drinnen und unter einem Mosquitonetz schlafen lassen.
3. Gesundheitscheck nach Reise oder Einreise
Nach Aufenthalten im Mittelmeerraum: In Absprache mit der Praxis Bluttests Wochen bis Monate nach Rückkehr einplanen.
Bei Auslandstierschutzhunden: Üblich sind Kontrolltests sechs Monate nach der Einreise, weil manche Erreger erst mit Zeitverzögerung sicher nachweisbar sind.

7. Klimawandel und Reisekrankheiten beim Hund in Deutschland
Durch die globale Erwärmung verändert sich auch das Risiko für Reisekrankheiten beim Hund in Deutschland. Mildere Winter und längere warme Perioden führen dazu, dass:
Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Erreger, die früher fast nur im Mittelmeerraum vorkamen, sich auch in Mitteleuropa etablieren. In einigen Regionen Deutschlands wurden bereits autochtone Fälle (also Infektionen ohne Auslandsaufenthalt) von z. B. Babesiose oder Herzwurmerkrankung beschrieben.
Für Dich als Halter bedeutet das:
Zeckenschutz ist nicht nur auf Reisen wichtig, sondern zunehmend auch im Alltag in Deutschland.
Auch wenn Dein Hund nie im Ausland war, kann bei bestimmten Symptomen (z. B. ungeklärtem Fieber, Blutbildveränderungen, Gewichtsverlust) eine Reisekrankheit in Betracht gezogen werden.
Deine Tierarztpraxis kennt die regionale Situation am besten – sprich offen an, welche Vorkommen und Risiken in Deiner Region aktuell relevant sind.
Kurz gesagt: Klimawandel macht aus „Reisekrankheiten“ nach und nach Themen, die auch vor unserer Haustür eine Rolle spielen können. Gute Parasitenprophylaxe und Aufmerksamkeit lohnen sich also nicht nur für Fernreisende.
Reisekrankheiten beim Hund – wichtigste Fakten im Überblick
Fazit: Mit Wissen und Konsequenz das Risiko für Reisekrankheiten beim Hund reduzieren
Reisekrankheiten beim Hund sind ein wichtiges Thema, wenn Du gerne mit Deinem Vierbeiner reist oder einem Hund aus dem Auslandstierschutz ein Zuhause schenkst – und zunehmend auch, wenn Dein Hund „nur“ in Deutschland lebt.
Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und etwas Planung kannst Du das Risiko deutlich senken.
Wichtig ist, dass Du:
So musst Du weder auf schöne Urlaube mit Hund verzichten noch auf einen Hund aus dem Auslandstierschutz. Stattdessen kannst Du gut informiert entscheiden, welche Vorsorge sinnvoll ist – und bist im Ernstfall schneller handlungsfähig.
Eine Hunde-Krankenversicherung von PANDA kann Dich dabei zusätzlich entlasten – gerade weil Diagnostik, wiederholte Bluttests, Medikamente und eventuell notwendige Langzeittherapien bei Reisekrankheiten schnell ins Geld gehen können. Mit dem richtigen Schutz im Hintergrund kannst Du im Ernstfall medizinisch das entscheiden, was für Deinen Hund am besten ist – und musst nicht zuerst den Kostenplan im Kopf durchgehen. So steht gemeinsamen, unbeschwerten Erlebnissen mit Deinem Hund – zu Hause und auf Reisen – deutlich weniger im Weg.
Von der Not-OP bis zur Vorsorge – finde den Tarif, der zu Euch passt.
