Gesundheit

Parodontitis beim Hund: Wenn Zahnerkrankungen gefährlich werden

4 Min. Lesezeit

Zahnpflege beim Hund wird leider oft unterschätzt. Dabei kann mangelnde Mundhygiene nicht nur zu Mundgeruch führen, sondern auch ernsthafte Erkrankungen wie Parodontitis beim Hund verursachen.

Parodontitis ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Hunden und sie bleibt häufig lange unbemerkt. Dabei kann sie nicht nur Zähne kosten, sondern auch das Herz, die Nieren und andere Organe schädigen. In diesem Beitrag erfährst Du alles über Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung sowie die Vorbeugung von Parodontitis beim Hund.

Eine Tierärztin untersucht mit blauen Handschuhen die Zähne eines Hundes.

1. Was ist Parodontitis beim Hund?

Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates. Dieser besteht aus dem Zahnfleisch, dem Zahnbett, der Wurzelhaut und dem Kieferknochen. Im fortgeschrittenen Stadium kann Parodontitis zu einem irreversiblen Abbau des Kieferknochens und Zahnverlust führen. Im Gegensatz zur Gingivitis (Zahnfleischentzündung), die noch heilbar ist, ist Parodontitis bereits ein zerstörerischer Prozess.

2. Was sind Ursachen von Parodontitis beim Hund?

Die Hauptursache für Parodontitis ist Plaque, ein Biofilm aus Speiseresten, Bakterien und Speichelbestandteilen. Wird dieser nicht regelmäßig entfernt, mineralisiert er zu Zahnstein, auf dem sich wiederum neue Bakterien ansiedeln können. Das Immunsystem reagiert auf diese bakterielle Belastung mit Entzündungen und die Parodontitis nimmt ihren Lauf.

Weitere Risikofaktoren:

Schlechte oder fehlende Zahnpflege
Genetische Prädisposition (z. B. bei kleinen Rassen wie Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser)
Fehlstellungen der Zähne
Fehlernährung (z. B. weiches Futter ohne Abriebwirkung)
Alter Ältere Hunde sind häufiger betroffen
Ein Hund fletscht seine Zähne in Nahaufnahme.

3. Wie erkennst Du Parodontitis beim Hund?

Parodontitis entwickelt sich schleichend. Achte auf folgende Warnzeichen:

Mundgeruch (Halitosis)
Zahnfleischbluten
Zahnsteinbildung
Rötungen oder Schwellungen am Zahnfleisch
Zahnausfall
Schmerzen beim Kauen oder Fressen
Verändertes Fressverhalten, z. B. Futter fallenlassen
Sabbern oder Speichelfluss
Eitriger Ausfluss aus dem Maul
Zurückgezogenes oder gereiztes Verhalten
Unser PANDA Tipp

Kontrolliere regelmäßig das Maul Deines Hundes. Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, kann viel Leid verhindern.

4. Wie stellt der Tierarzt eine Parodontitis fest?

Eine zuverlässige Diagnose erfolgt durch eine gründliche Maulhöhlenuntersuchung, meist unter Sedierung oder Narkose. Dabei wird:

Der Schweregrad der Parodontitis bestimmt (z. B. mittels Parodontalsonde)
Zahnstein entfernt
Zähne geröntgt, um Knochenabbau zu erkennen

Die Einteilung erfolgt oft in vier Grade, von leichter Gingivitis bis hin zur schweren Parodontitis mit Zahnlockerung.

Ein Hund blickt neugierig in die Kamera und zeigt sein Gebiss.

5. Was muss bei einer Parodontitis beim Hund gemacht werden?

Die Therapie hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab.

1. Professionelle Zahnreinigung

Entfernung von Plaque und Zahnstein mit Ultraschall
Politur der Zähne zur Glättung der Oberflächen

2. Parodontalbehandlung

Reinigung der Zahnfleischtaschen
Lokale Antibiotikatherapie
Entfernung stark zerstörter Zähne (Zahnextraktion)

3. Nachsorge

Schmerztherapie und Antibiotika
Weichfutter während der Heilungsphase
Kontrolle und regelmäßige Nachuntersuchungen

Je früher Parodontitis erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, den Zahnhalteapparat zu erhalten.

6. Warum ist Parodontitis so gefährlich?

Parodontitis ist keine rein lokale Erkrankung. Die beteiligten Bakterien und Entzündungsstoffe gelangen über die Blutbahn in den ganzen Körper. Mögliche Folgen:

Herzklappenerkrankungen (Endokarditis)
Nierenschäden
Leberentzündungen
Chronische Schmerzen und Fressunlust

Besonders bei vorerkrankten oder älteren Hunden kann eine unbehandelte Parodontitis lebensverkürzend wirken.

Unser PANDA Tipp

Fang mit dem Zähneputzen spielerisch an: Verwende zunächst den Finger, streichle sanft über die Zähne, lobe Deinen Hund dabei. Steigere Dich langsam zur Hundezahnbürste. Es gibt sogar leckere Hundezahnpasten, die nach Hühnchen oder Leber schmecken. So wird Zahnpflege zum Leckerli-Erlebnis!

7. So schützt Du Deinen Hund vor Parodontitis

1. Tägliche Zahnpflege

Zähneputzen mit Hundezahnbürste und Hundezahnpasta ist der Goldstandard.
Positive Gewöhnung schon im Welpenalter ist der Schlüssel.

2. Zahngesunde Ernährung

Spezielles Trockenfutter oder Dentalfutter
Zahnreinigung unterstützende Kauartikel oder Kauspielzeuge

3. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt

Frühzeitige Entfernung von Zahnstein
Parodontalstatus prüfen lassen

4. Zahnkontrolle zu Hause

Wöchentliches Check-up im Maul: Gibt es Rötungen, Beläge oder Mundgeruch?
Eine Person kontrolliert die Zähne eines Hundes.

8. Häufig gestellte Fragen zu Parodontitis beim Hund

Wie oft sollte ich meinem Hund die Zähne putzen?

Täglich ist optimal. Bereits 48 Stunden nach dem Fressen kann sich neue Plaque bilden.

Was kostet eine Zahnreinigung beim Tierarzt?

Je nach Aufwand und Region zwischen 150 und 500 €, inklusive Narkose und Röntgen.

Welche Rassen sind besonders betroffen?

Kleine Rassen wie Pudel, Dackel, Chihuahua, Malteser oder Yorkshire Terrier.

Hilft Kauartikel allein gegen Parodontitis?

Sie können unterstützen, ersetzen aber keine gründliche Zahnpflege.

Infobox

Sollte Dein Hund aufgrund einer Parodontitis zum Tierarzt müssen, musst Du Dir neben den Sorgen um das geliebte Tier dann möglicherweise auch Gedanken um die Tierarztrechnung machen. Solltest Du lieber vorsorgen wollen, empfehlen wir Dir einen unserer Krankenvollschutztarife. Schau Dir unsere Angebote gerne an, sicherlich ist auch für Dich und Deinen Vierbeiner etwas dabei! Mit einer Krankenversicherung für Hunde kannst Du Dich im Notfall voll und ganz auf Deinen Hund konzentrieren ohne Dich mit den anfallenden Kosten beschäftigen zu müssen.

Parodontitis beim Hund ist weit verbreitet, aber häufig vermeidbar. Durch regelmäßige Zahnpflege, artgerechte Ernährung und Tierarztkontrollen kannst Du viel für die Gesundheit Deines Vierbeiners tun. Nimm die Zahngesundheit ernst, Dein Hund wird es Dir danken, mit Lebensfreude, Fresslust und einem gesunden Organismus.

© Fotocredits
Bilder in Reihenfolge von oben nach unten:
© Biserka Stojanovic von Getty Images, Canva (canva.com)
© pixelshot, Canva (canva.com)
© David Baileys von Getty Images, Canva (canva.com)
© RossHelen, Canva (canva.com)
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