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03.09.2025

Bandscheibenvorfall beim Hund: Wenn der Rücken streikt

Der Bandscheibenvorfall (auch Discopathie oder IVDD – Intervertebral Disc Disease) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen beim Hund.

Besonders kleine Rassen wie Dackel, Französische Bulldoggen oder Pekinesen sind betroffen, doch auch große Hunde können darunter leiden.
Ein Bandscheibenvorfall kann nicht nur starke Schmerzen verursachen, sondern im schlimmsten Fall sogar zu Lähmungen führen. Deshalb ist es wichtig, die ersten Anzeichen zu erkennen, rechtzeitig tierärztliche Hilfe zu suchen und die richtigen Behandlungs- und Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.

Ein Beagle wurde mit einem Bandscheibenvorfall diagnostiziert.

Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbelkörpern und wirken wie kleine Stoßdämpfer. Sie bestehen aus einem weichen Kern (Nucleus pulposus) und einem festen Faserring (Anulus fibrosus).
Kommt es zu einem Bandscheibenvorfall, tritt der innere Kern durch den äußeren Faserring nach außen und drückt auf das Rückenmark oder die Nerven.

Je nach Ausmaß unterscheidet man zwei Formen:

  • Bandscheibenvorwölbung (Protrusion): Die Bandscheibe wölbt sich vor, bleibt aber intakt

  • Bandscheibenextrusion: Das Material tritt vollständig aus und drückt massiv auf das Rückenmark

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2. Was sind Ursachen für einen Bandscheibenvorfall beim Hund?

Es gibt verschiedene Faktoren, die einen Bandscheibenvorfall begünstigen:

1. Genetische Veranlagung

Vor allem chondrodystrophe Rassen (Dackel, Beagle, Cocker Spaniel, Französische Bulldoggen) sind durch eine degenerative Veränderung des Knorpels besonders gefährdet.

2. Alter und Verschleiß

Mit zunehmendem Alter (siehe auch unseren Beitrag „Altersbeschwerden beim Hund„) verlieren die Bandscheiben an Elastizität und sind anfälliger für Verletzungen.

3. Übergewicht

Zu viele Kilos (siehe auch „Übergewicht beim Hund„) belasten die Wirbelsäule und erhöhen das Risiko erheblich.

4. Falsche Belastung

Häufiges Springen, Treppensteigen oder ruckartige Bewegungen können ebenfalls einen Vorfall auslösen.

Ein Hund muss zum Tierarzt wegen eines Bandscheibenvorfalls.

3. Wie erkennst Du einen Bandscheibenvorfall beim Hund?

Die Anzeichen variieren je nach Schweregrad und Lokalisation des Vorfalls. Typische Symptome sind:

  • Schmerzen (Winseln, Schonhaltung, Aufschreien beim Hochheben)

  • Bewegungsunlust und steifer Gang

  • Ataxie (unsicheres, wackeliges Laufen)

  • Lähmungserscheinungen der Hinter- oder Vorderläufe

  • Inkontinenz (Harn- oder Kotabsatzstörungen)

  • Verlust der Reflexe

Ein Bandscheibenvorfall ist ein tiermedizinischer Notfall! Je schneller gehandelt wird, desto besser die Heilungschancen.

4. Wie stellt der Tierarzt die Diagnose bei einem Bandscheibenvorfall?

Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Anamnese und klinische Untersuchung: der Tierarzt prüft Beweglichkeit, Reflexe und Schmerzempfindlichkeit.

  2. Neurologische Untersuchung: zur Bestimmung der betroffenen Region im Rückenmark.

  3. Bildgebende Verfahren:

    • Röntgen: zeigt Veränderungen an der Wirbelsäule, aber nicht direkt die Bandscheibe.

    • CT/MRT: Goldstandard, da hier die genaue Lage und Schwere des Vorfalls sichtbar wird.

    • Myelografie: Darstellung des Rückenmarks mit Kontrastmittel.

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5. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie hängt vom Schweregrad ab:

Konservative Behandlung

Bei leichten Fällen ohne Lähmung:

  • Strikte Ruhe (mehrere Wochen, keine Sprünge oder Belastung)

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer

  • Physiotherapie (z. B. Hydrotherapie, Massagen)

  • Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Hunden

Chirurgische Behandlung

Bei schweren Fällen oder Lähmungen ist oft nur eine Operation erfolgversprechend.
Gängige Methoden:

  • Hemilaminektomie: Entfernung von Wirbelknochen, um das Rückenmark zu entlasten

  • Fenestration: Vorbeugung weiterer Vorfälle durch Ausschaben der Bandscheibe

  • Dorsale Laminektomie: Entfernung von Knochenteilen am Wirbelbogen

Die Prognose ist besonders gut, wenn die OP innerhalb von 24-48 Stunden nach dem Auftreten von Lähmungen erfolgt.

Eine Tierärztin untersucht einen Hund wegen eines Bandscheibenvorfalls.

6. Wie lautet die Prognose nach einem Bandscheibenvorfall?

Nach einem Bandscheibenvorfall braucht Dein Hund intensive Betreuung:

  • Physiotherapie fördert den Muskelaufbau und die Beweglichkeit

  • Assistenzhilfen wie Tragegeschirre erleichtern den Alltag

  • Unterstützung beim Laufen durch Unterwasserlaufband oder gezieltes Training

  • Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt sind Pflicht

  • Geduld und Motivation: Fortschritte dauern Wochen bis Monate

7. Wie kannst Du einen Bandscheibenvorfall beim Hund vermeiden?

Einige Faktoren lassen sich vermeiden:

  • Gewichtskontrolle: Normalgewicht schützt Gelenke und Wirbelsäule

  • Schonendes Training: keine extremen Sprünge oder ständiges Treppensteigen

  • Muskelaufbau: regelmäßige Bewegung stärkt den Rücken

  • Rassenabhängige Vorsorge: bei Dackel & Co. besonders aufmerksam sein

  • Gesundes Umfeld: orthopädische Hundebetten entlasten die Wirbelsäule

Unser PANDA Tipp

Besonders Hunde kleiner Rassen sind gefährdet, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden. Richte für Deinen Hund Rampe oder Treppe ein, damit er nicht ständig springen muss, etwa ins Auto oder aufs Sofa. Das schont die Wirbelsäule und beugt Verletzungen vor.

Ein Hund hat Schmerzen im Lendenwirbelbereich.

Infobox

Sollte Dein Hund aufgrund eines Bandscheibenvorfalls zum Tierarzt müssen, musst Du Dir neben den Sorgen um das geliebte Tier dann möglicherweise auch Gedanken um die Tierarztrechnung machen. Solltest Du lieber vorsorgen wollen, empfehlen wir Dir einen unserer Krankenvollschutztarife. Schau Dir unsere Angebote gerne an, sicherlich ist auch für Dich und Deinen Vierbeiner etwas dabei! Mit einer Krankenversicherung für Hunde kannst Du Dich im Notfall voll und ganz auf Deinen Hund konzentrieren ohne Dich mit den anfallenden Kosten beschäftigen zu müssen.

Der Bandscheibenvorfall beim Hund ist eine ernsthafte Erkrankung, die ohne Behandlung schwerwiegende Folgen haben kann. Mit schneller tierärztlicher Hilfe, konsequenter Therapie und der richtigen Vorsorge hast Du aber gute Chancen, Deinem Hund wieder zu einem aktiven und schmerzfreien Leben zu verhelfen.

© Fotocredits

Bilder in Reihenfolge von oben nach unten:
© Fly_dragonfly von Getty Images Pro, Canva (canva.com)
© przemyslawiciak, Canva (canva.com)
© DragonImages, Canva (canva.com)
© BankPhotos von Getty Images Signature, Canva (canva.com)

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